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Zitierung: Autor o. Gericht, OJR, Jahrgang, Dokumentnummer (u. ggf. Randnummer)

Rechtsanwalt Dr. Jürgen Weinknecht

Multimedia und Internet - kein rechtsfreier Raum

Beitrag für " Ratgeber Freie Journalisten"

überarbeitet am 17.04.02 für die Neuauflage 2002

Wer täglich mit Multimedia zu tun hat, wird sich über die Definition des Begriffs Multimedia kaum Gedanken machen - außer er wird von anderen danach gefragt. Wohl dem, der bei seiner Erklärung nicht ins Stocken gerät.

Wie immer ist es dann oft der kaufmännisch orientierte Pragmatiker, der die schnellste Antwort parat hat: Multimedia ist das, was sich als Multimedia verkauft. Jeder Produzent, Verlag, (Multimedia-) Autor, Journalist, Kritiker oder Kunde, der Multimedia von der inhaltlichen, nutzenorientierten Seite betrachten will, wird auf die Frage, was Multimedia ist, seine eigene Definition, seine ganz persönliche Vorstellung von Multimedia zeichnen. Eine exakte, einheitlich verwendete Begriffsbestimmung gibt es noch immer nicht.

Betrachtet man derzeit die Realitäten der Neuen Medien, so scheint deren größte Leistung zunächst in der Erfindung eines "virtuellen Marktes" zu liegen - es wird mit Produkten gehandelt, die (noch) nicht existieren. Als tragende Säulen dieses neuen Marktes werden vor allem die Bereiche offline, online, Digital-TV und die Vernetzung in und zwischen Unternehmen (Intranet) gesehen.

Im Augenblick ist Multimedia wohl noch immer nicht viel mehr als ein Mix der gängigen Medien auf einem Trägermedium: Text, Bild, Ton, Video. Was sie auf einer CD-ROM oder online abrufbar zusammenfügt, ist die Möglichkeit, sie in digitale Form übersetzen zu können. Sie koexistieren damit in ein und demselben Medium und können nicht nur sequentiell, sondern auch parallel abgerufen werden.

Die einzelnen Inhalte von Multimedia stammen bisher alle aus den alten Medien, also urheberrechtlich geschützten Substanzen. Um jede einzelne Werkkategorie wie Text, Bild, Film, Ton ist in der Vergangenheit jeweils eine eigene Industrie mit eigenen Branchengepflogenheiten gewachsen. Nun sind sie zusammengekommen, aber noch längst nicht vereint. Zu unterschiedlich sind die verschiedenen wirtschaftlichen Gegebenheiten der einzelnen Kultursparten, der Herangehensweisen, Modalitäten und sprachlichen Gepflogenheiten. 


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